Die folgende nach Sternzeichen (einem sich für das Sterngucken nach wie vor anbietendem Orientierungskriterium) gegliederte Liste konzentriert sich auf jene Objekte, die am Standort Wien mit Blickrichtung West inkl. Südwest und Nordwest im Verlaufe des Jahres über den Zenit ziehen oder sich zumindest in einem Blickwinkel zwischen Zenit und 45° bewegen, da die Horizontnähe für das Sterngucken generell mit Abstrichen beim Seeing verbunden ist und bei hellem Nachthimmel besonders ungünstig ist. Da ich in der wärmeren Jahreszeit am Wochenende üblicherweise in Niederösterreich am Land bei deutlich dunklerem Himmel mit Blickrichtung Süden bin, sind auch viele Objekte angeführt, die in Wien kaum oder nicht mehr auszunehmen sind.

Leider würde diese Auswahl den „Verzicht“ auf einige für den Sterngucker besonders interessante Sternzeichen wie z.B. Schütze und Skorpion bedeuten, da diese zu nahe am Horizont stehen – eine kleine Reise in den Süden bleibt einem dafür daher nicht erspart. Da ich im Sommer häufig 1 Woche auf Lesbos oder sonst wo im Süden verbringe, inkludiere ich auch diese Sternzeichen. 

Gegen all zu intensives Streulicht bzw. direkte Lichtquellen sollte man allerdings schon Maßnahmen setzen: Ein Vorhang oder Ähnliches vor dem oder seitlich vom Beobachtungsplatz, Lichter in der eigenen Wohnung aus etc. Darüber hinaus gibt es auch an Standorten mit starker Lichtverschmutzung wechselnde Bedingungen – so wird bei Neumond und stabiler klarer Luft deutlich mehr zu sehen sein als sonst. Eine möglichst große Teleskopöffnung ist natürlich auch bei hellem Nachthimmel von Vorteil, aber große Geräte haben den Nachteil mangelnder Handlichkeit – das beste Teleskop ist natürlich das, das man am einfachsten und häufigsten verwenden kann und ein kleiner Refraktor bietet da schon einiges an Vergnügen. Ein guter Kompromiss scheint ein 4“ Refraktor zu sein, der noch gut mit einer azimutalen Montierung und leichtem Stativ kombinierbar und damit innerhalb von Minuten betriebsbereit ist. Ein Refraktor ist auch relativ unempfindlich gegen Streulicht und der Einblick lässt sich auch bei parallaktischer Montierung durch Drehen des Auszugs problemlos auf (die meiner Meinung nach für das visuelle Sterngucken zu bevorzugende) azimutale Sicht korrigieren.

Falls zum nicht so perfekten Sternenhimmel auch noch schlechtes Seeing kommt, fallen wie bereits angemerkt viele der angeführten engeren Doppelsterne weg, da dann die Limits für eine Auflösung nicht mehr bei der Optik liegen – in diesem Fall muss man sich nach der Decke strecken und sich auf die Doppelsterne mit größeren Abständen, offene Sternhaufen und Asterismen beschränken. Die in den Listen angeführten engen Doppelsterne können dann aber trotzdem als Hops zu diesen Objekten benutzt werden.

Die Reihenfolge der Objekte innerhalb eines Sternzeichens ist so gewählt, dass sich das Weiterspringen von einem Objekt zum anderen möglichst einfach gestaltet, wobei davon ausgegangen wird, dass ein Okular zur Verfügung steht, das in Kombination mit dem jeweiligen Teleskop ein Sichtfeld von ca. 3° ermöglicht oder dass ein Sucher vorhanden ist, der zumindest dieses Sichtfeld (ebenfalls seitenverkehrt) bietet. Ausgehend von einem eher hellen Himmel wird ein möglichst eindeutiger Einstiegspunkt gewählt, der bei Sternbildern ohne sehr helle Sterne durchaus auch in einem benachbarten Sternzeichen liegen kann. Ausgehend von diesem Einstiegspunkt wird dann das Sternzeichen in der Regel systematisch mit geeigneten „Hops“ durchgegangen. Dies bedingt, dass fallweise auch weniger interessante Objekte als Targets für Hops Verwendung finden und dass das eine oder andere mäßig interessante Objekt aufgrund seiner isolierten Position durch den Rost fällt – besonderes Augenmerk wird aber darauf gelegt, dass möglichst alle wirklich interessanten Objekte aufscheinen, auch um den Preis einer etwas umständlicheren Lokalisierung. Bei größeren Sternzeichen sind in der Regel mehrere Einstiegspunkte für Teilsessions vorgesehen, um die für die „Abarbeitung“ des Programms erforderliche Zeit zu beschränken – längere Zeit konzentriert schauen kann auch ganz schön anstrengend sein. Die notwendigerweise restriktive Auswahl der Doppelsterne (der Washington Double Star Katalog umfasst immerhin über 100.000 Einträge) erfolgte nach folgenden Kriterien:

-        Abstand möglichst im einstelligen Sekundenbereich, aber größer als 1“

-        Helligkeit möglichst im deutlich einstelligen mag-Bereich

-        Helligkeitsunterschiede möglichst gering

wobei für die Ermöglichung von Hops und vor allem bei optisch interessanten Konstellationen (Farbe oder Anordnung) Ausnahmen gemacht werden.

Viele der gelisteten Objekte wurden von mir mit kleinem 80mm oder mittlerem 120/140mm Refraktor beobachtet oder fallweise nur lokalisiert, aber wegen nicht optimaler Bedingungen oder wegen zu kleiner Ausrüstung nur andeutungsweise wahrgenommen – davon ausgenommen sind die Objekte, die mir bisher wegen ungünstiger Witterungsbedingungen (speziell im Winter haben wir in Wien ja oft wochenlang bewölkten oder zumindest trüben Himmel) „entgangen“ sind, d.h. auch bei hellem Stadthimmel nicht vergönnt waren. Hier musste ich mich mit einem Trockentraining mit Stellarium (einem sehr empfehlenswerten kostenlosen Open Source Planetariumsprogramm) begnügen, wobei es hier fallweise auch zu Unklarheiten aufgrund von Fehlern in den Sternkatalogen kommt.

Die Objekte des Sonnensystems stellen ein eigenes Kapitel dar (und sind daher nicht Bestandteil dieses Kataloges), da sie keine fixen Positionen am Sternenhimmel einnehmen, sich dafür aber auch gegen die stärkste Lichtverschmutzung durchsetzen. Das gilt insbesondere für den zu- und abnehmenden Mond (die von Licht und Schatten betonten zerklüfteten Landschaften geben genug zum Schauen aber auch der Vollmond bietet bei rasch vorbeiziehenden Wolkenschleiern ein dramatisches Schauspiel), die Venus (auch wenn man da keine Details, sondern nur die Phasen erkennen kann), den Mars (bei dem man mit einigem Glück Polarkappen wahrnehmen kann) den Jupiter (mit seinen Wolkenbändern und immer wechselnden Mondstellungen – wenn man Glück hat sogar fallweise mit dem Schatten eines seiner Monde auf der Oberfläche) und insbesondere auch Saturn, eine der wohl faszinierendsten Erscheinungen am Himmel.